Das Projekt ETH Basel sieht vor, Aktivitäten der ETH Zürich und der Universität Basel auf dem Gebiet der Life Sciences zusammenzuführen. In einem neu zu gründenden ETH-Institut sollen vorhandene Stärken der beiden Institutionen auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung zusammengefasst und stärker nutzbar gemacht werden. Eine Bestandesaufnahme der Infrastruktur und des vorhandenen Dienstleistungsangebots in der Region Basel dokumentiert nun eine für die Schweiz einzigartige Kombination von etablierter Hochschulforschung mit einem innovativen und forschungsorientierten privatwirtschaftlichen Umfeld. Diese Verbindung bietet hervorragende Voraussetzungen für Kooperationen und könnte entscheidend zum Gelingen eines neuen Instituts für Life Sciences der ETH Zürich am Standort Basel beitragen.
Ein günstiges Umfeld für die Lebenswissenschaften wurde bereits mit der Wahl Basels zum Zentrum des Nationalen Forschungsprojekts «Nanowissenschaften» geschaffen, betont die Studie. Dadurch ergaben sich auch für die Lebenswissenschaften und die damit verbundenen Informationstechnologien wichtige neue Impulse.
Als günstig für die Life Sciences bewertet die Untersuchung auch den Umstand, dass die Fachbereiche Genomik, Proteomik und Bioinformatik in Basel einen besonders hohen Stellenwert haben, da ihnen aus Sicht der forschenden Industrie bei der Entwicklung neuer Medikamente eine zentrale Rolle zukommt. Entsprechend wurden von der Pharmaindustrie in Basel zwei neue Institute geschaffen, das «Roche Center for Medical Genomics» und die Novartis-Einheit «Life Science Informatics». Die Universität hat auf dem Gebiet der Bioinformatik zudem mit der Bildung des am Biozentrum angesiedelten Basel Computational Biology Centers einen weiteren Schwerpunkt geschaffen.
Mit der 1971 erfolgten Gründung des interdisziplinären Biozentrums wurde in Basel frühzeitig ein entscheidender Schritt für eine enge Zusammenarbeit zwischen Biologie und Medizin gemacht. Die Bildung des «Departements Klinisch-Biologische Wissenschaften» im April 2000 verstärkte zusätzlich die Kooperation mit der klinisch-medizinischen Forschung. Bemerkenswert ist in Basel die traditionelle Zusammenarbeit von Universitätsinstituten mit der forschenden Pharmaindustrie - und zunehmend auch mit kleineren und mittleren Unternehmen, die im Umfeld der Lebenswissenschaften tätig sind.
Einen starken Aktivposten bildet auch das Interdisziplinären Zentrum Mikroskopie der Universität Basel. Seine hervorragende Infrastruktur ermöglicht eine moderne Forschung, welche sich von der Analyse und Manipulation einzelner Molekülen bis zum Studium komplexer Organismen und zu Anwendungen in der Medizin erstreckt.
Die bestehende Infrastruktur, das Angebot an Dienstleistungen und die Kombination von Hochschulforschung mit einer innovativen Industrie machen die Region Basel zu einem attraktiven Umfeld für Lebenswissenschaften. Der Standort Basel, das belegt die Studie, zeichnet sich durch ausgeprägte Schwerpunkte und Stärken aus, die für den Aufbau eines gemeinsamen Instituts der ETH Zürich und der Universität Basel hervorragende Voraussetzungen bieten.
Verfasst wurde die Studie vom Zellbiologen PD Dr. Hans Peter Bernhard im Auftrag des Vizerektorats Forschung der Universität Basel. Bernhard befragte Forschende an der Universität Basel, an den Universitätsspitälern sowie an weiteren öffentlich-rechtlichen Instituten. Entsprechende Interviews erfolgten auch mit Vertretern der Basler forschenden Industrie sowie mit Repräsentanten von ausgewählten, im Umfeld der Lebenswissenschaften tätigen kleineren und mittleren Unternehmen in der Region Basel-Nordwestschweiz.
Die Vorträge und Podiumsgespräche mit anschliessender Diskussion möchten den Angehörigen der Universität und einer weiteren Öffentlichkeit eine vertiefte Auseinandersetzung und Orientierung mit der aktuellen Situation ermöglichen. Organisiert hat die Vortragsreihe die «Arbeitsgemeinschaft zur Geschichte des 19. und des 20. Jahrhunderts» des Historischen Seminars und des Europainstituts (Prof. Georg Kreis, Prof. Josef Mooser, Prof. Martin Schaffner; lic. phil. Monica Kalt, Dr. Gregor Spuhler).
Alle vier Vorträge sind öffentlich. Sie finden jeweils von 18.15 bis 19.45 Uhr im Kollegienhaus der Universität Basel am Petersplatz 1 statt.